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Feuerwehr Willmatshofen

Vereinsgeschichte der Freiwilligen Feuerwehr Willmatshofen

Zusammengetragen aus Aufzeichnungen und Überlieferungen

Die Freiwillige Feuerwehr Willmatshofen kann auf 125 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken. Wir möchten diesen Geburtstag zum Anlass nehmen, Ihnen, liebe Leserinnen und Leser einige wichtige Stationen unseres Werdeganges zu erzählen.

Gegründet wurde die Freiwillige Feuerwehr Willmatshofen aus der damaligen Pflichtfeuerwehr. Am 6. Juni 1890 nahm der zuständige Bezirksamtmann Winkelmayer des Bezirkes Zusmarshausen die Inspektion der Pflichtfeuerwehr Willmatshofen zum Anlass, den Willmatshofern die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr wärmstens ans Herz zu legen – Privatisierung würde man das wohl heute nennen. Ein Brand in Itzlishofen gab schließlich den entscheidenden Anstoß. Am 9. November 1890 war es dann soweit:

Allen voran der Bürgermeister Max Fendt ließen sich 41 Männer in die Stammliste der von nun an Freiwilligen Feuerwehr Willmatshofen eintragen. Sogleich wurde ein Verwaltungsbeirat gewählt, damit auch alles seine Ordnung hatte.

Dass der Einsatz auch damals schon nicht ganz ungefährlich war, ist wohl daraus abzuleiten, dass die soziale Absicherung der Mitglieder und Ihrer Angehörigen bereits drei Monate nach der Gründung beschlossene Sache war. Am 2. Februar 1891 wurde der Beitritt der Mitglieder in den Sterbekassenverein des Bezirkslandesamtes formal abgewickelt.

Zur ersten Inspektion trat die Freiwillige Feuerwehr Willmatshofen am 24. Juni 1891 an. Der Bezirksfeuerwehrvorstand aus Zusmarshausen bescheinigte einen guten Ausbildungsstand. Jedoch in der Geräteausstattung waren noch einige Lücken zu schließen. Eine Beschaffungsliste wurde erstellt. Oberste Priorität räumte man offensichtlich dem Erwerb eines Signalhorns ein. Es konnte bereits im nächsten Jahr zusammen mit einem Trinkhorn in Dienst gestellt werden. Bei einem Ausflug nach Todtenschläule unterzog man beide einer ausgiebigen praktischen Prüfung.

Dass im gleichen Jahr auch der erste Feuerwehrball mit Blechmusik abgehalten, Theater und Tanzkränzchen veranstaltet wurde, zeigt, dass die Freiwillige Feuerwehr nicht nur ein Selbsthilfeverein gegen Brand- und Naturkatastrophen, sondern auch fester Baustein im kulturellen Leben der damaligen Zeit war.

Eines aber schien ein schier unlösbares Problem zu werden: Die finanziellen Mittel zum Kauf einer eigenen Spritze waren einfach nicht aufzubringen. Deshalb wurde im März 1894 ein Ansammlungsverein zur Beschaffung der notwendigen Gelder gegründet. Über den Distrikt Zusmarshausen stellte man ein Bittgesuch an die Regierung von Schwaben. Ebenso ging man die Versicherungskammer für Schwaben und Neuburg an. Schließlich richtete man noch eine Eingabe an die Königlich Bayerische Regierung.

Das zeigt, dass die Willmatshofer auch vor 125 Jahren schon praktikable Methoden entwickelt haben, große Pläne in die Tat umzusetzen. Eineinhalb Jahre nach der Gründung des Ansammlungsvereins betrug das Fondvermögen bereits 750 Mark. Das war das Startsignal:

Am 5. Oktober 1896 wurde der Vertrag mit der Firma Braun, Spritzenfabrik in Nürnberg, unterzeichnet. Die erste eigene Feuerwehrspritze komplett mit Zubehör war somit gekauft; Barzahlung bei Lieferung, Preis 1050 Mark.

Jetzt war man eine richtige Feuerwehr, ausgestattet mit der notwendigen High-Tech anno 1896.

Der erste Einsatz dieses Gerätes dürfte dem Dienstbucheintrag Nummer 4 zufolge am 15. Dezember 1896 beim Brand des Anwesens Johann Merk in Itzlishofen gewesen sein.

Alte Spritze

Im Jahre 1906 wechselte das Anwesen Pfänder in Willmatshofen den, beziehungsweise die Besitzer. Der Großteil der Haus- und Hofflächen ging an die Familie Haugg und das Schankrecht an die Familie Leutenmayr. Die Gemeinde Willmatshofen erwarb stellvertretend für die Freiwillige Feuerwehr die Grundfläche, auf welcher Eiskeller und Bierlagerraum standen. Das Ganze baute man natürlich in Eigenleistung und unter Wiederverwendung sämtlicher noch brauchbarer Materialien in ein Spritzenhaus um. In der Nachkriegszeit wurden vor allem innen im Laufe der Jahre immer wieder Sanierungsarbeiten durchgeführt. Elektrisches Licht gibt es seit 1967 im Feuerwehrhaus.

Während des 2. Weltkrieges wurde von Jugendlichen, Frauen und den Veteranen des 1. Weltkrieges der Löschdienst geleistet. Auch von der Feuerwehr forderte dieser Krieg Blutzoll.

Der formale Neubeginn der Feuerwehr nach dem Krieg wurde am 29. Juni 1947 eingeleitet. Regelmäßige Übungen konnte man aber noch nicht abhalten. Die Gründe lagen zum einen in der veralteten und reparaturbedürftigen Ausrüstung. Zum anderen am Desinteresse einiger Verantwortlichen, wie es im Dienstbuch heißt. Verständlich, dass die Willmatshofer von Uniform, Befehl, Gehorsam und Dienst für die Allgemeinheit fürs Erste genug hatten.

Mit der Indienststellung der ersten Motorspritze am 2. September 1956 und dem Wechsel der gesamten Führungsriege war eine solide Grundlage für den faktischen Neubeginn geschaffen. Nach einigen Jahren zeigte das Engagement von Vorstand und Kommandant Früchte.

Am 18. Juli 1963 legte eine Gruppe der Freiwilligen Feuerwehr Willmatshofen als Erste im Zuständigkeitsbereich des damaligen Kreisbrandmeisters Marz das Leistungszeichen ab.

1967 wurden die ersten Löschmeister- und Maschinistenlehrgänge belegt.

Jugendgruppe 1971

1971 legten 10 Mann als Erste im Landkreis Augsburg das Jugendleistungsabzeichen ab. Die Übergabe der Abzeichen erfolgte im Rahmen der Fahnenweihe im August 1971.

Altes Löschfahrzeug von 1971

Dieses Fest feierte man im großen Rahmen mit Bierzelt, Buntem Abend und Festzug. Auch die Gemeinde Willmatshofen feierte das Fest mit. Sie ermöglichte dem Verein die Indienststellung des Feuerwehrautos, das mittlerweile seit 44 Jahren treue Dienste als Lösch- und seit dem Jahr 2001 als Mehrzweckfahrzeug leistet. Festplatz war der Sportplatz des Turnvereins. Auf demselben Gelände, auf dem heute die Turnhalle steht, wurde das Fest gefeiert. Das Fest war so ein großer Erfolg und auch für die Beteiligten so anstrengend, dass für all die fleißigen Hände ein Nachfest abgehalten werden musste.

Fahne und Fahnenabordnung 1971

Die erste Einsatzfahrt des neuen Autos war übrigens gleich am Montagmorgen nach dem Fest. Der Girlandenschmuck war noch nicht einmal vom Fahrzeug abgenommen, da wurde es ernst.

Im Garten des Anwesens Schöner verbrannte man Gartenabfälle und Holzreste. Der Wind hatte sich gedreht und das Feuer griff auf den in Holzbauweise ausgeführten Ostgiebel innerhalb von Minuten über. Nur durch den raschen Einsatz war es möglich, das Feuer zu löschen, bevor es sich durch die Bretterverschalung des Giebels durchgefressen hatte.

In den 80er Jahren erfolgten innerhalb des Ortsbereiches nach Überprüfungen notwendige Verbesserungen. Eine Inspektion der Hydranten zeigte Mängel auf und im Feuerwehrgerätehaus wurden Umbauten vorgenommen. Neue Ausrüstungsgegenstände und Werkzeuge konnten entgegengenommen werden. Die Verwaltung und Abbuchung der Mitgliedsbeiträge wurde erstmals EDV-technisch erfasst. Außerdem wurde die Mustersatzung der Feuerwehrvereine angenommen.

1985 wurde eine neue Tragkraftspritze angeschafft und am 21. Juli im Zuge des Dorffestes durch Herrn Pfarrer Dr. Prinz gesegnet.
Diese Pumpe lieferte eine bessere Leistung als die bisherige und wurde bis zum Jahr 2012 genutzt.

Pumpenweihe 1985

Im Jahr 1990 feierte die Freiwillige Feuerwehr Willmatshofen ihr 100-jähriges Gründungsjubiläum. Gefeiert wurde am ersten Juliwochenende. Am Freitagabend spielten die „Lustigen Hammerschmiedgselln“ zur Festeröffnung auf. Am Samstag stand ein Stimmungsabend mit dem Musikverein Fischach an. Der Sonntag begann mit einem festlichen Zeltgottesdienst, gefolgt vom Frühschoppen mit der Blaskapelle Siegertshofen. Der anschließende Festumzug konnte trotz anfänglicher Bedenken wegen des Wetters stattfinden. Am Abend spielten die „Schmuttertaler Musikanten“ zum Fest auf, bei dem nach dem WM-Sieg der deutschen Nationalelf an diesem Abend noch weitere fröhliche und lautstarke Gäste zum Feiern eintrafen. Am Montag spielte zum Festausklang die Blaskapelle Ziemetshausen.

Festumzug 1990

Ein besonderes Ereignis gab es zehn Jahre später am 26. November 2000 zu feiern. Die Feuerwehren Aretsried, Reitenbuch und Willmatshofen erhielten je ein neues Feuerwehrauto. Diese wurden mit einer Segnung durch Herrn Pfarrer Meroth an der Staudenlandhalle und einem Mittagessen von der Marktgemeinde Fischach an die Wehren übergeben.

Fahrzeugweihe 2000

Auf den technisch neuesten Stand gebracht wurde die Feuerwehr Willmatshofen im Jahr 2008 durch ein Notstromaggregat mit Beleuchtung und 2012 durch die Anschaffung einer neuen Tragkraftspritze, die am 16. Juli 2012 im Rahmen des Grillfestes von Herrn Pfarrer Nößner gesegnet wurde.

Pumpenweihe 2012

Stellvertretend für die vielen Hilfeleistungen der Geschichte sollen hier noch zwei Einsätze herausgestellt werden. Einsätze bei denen einmal das Wasser notwendig gebraucht wurde und das andere Mal gerne auf die große Menge verzichtet worden wäre.

Der wohl folgenschwerste Brand der letzten Jahre im Ortsbereich Willmatshofen dürfte der Brand des Anwesens Fendt am 20. August 1988 gewesen sein. Nach einer regelrechten Verpuffung, deren Wucht die Dachpfannen durch die Luft wirbeln ließ, brannten Stall und Scheune gleichzeitig lichterloh. Hier zeigte sich, wie wichtig das schnelle Eingreifen der ortsansässigen Wehr ist. Zeitgleich mit dem Alarmieren waren die ersten Männer aus der Nachbarschaft schon dabei, aus dem bereits lichterloh brennenden Gebäude den gesamten Viehbestand zu bergen und aus dem unmittelbaren Brandbereich zu bringen, damit die anrückenden Wehren nicht noch durch die Tiere behindert wurden. Die Wirtschaftsgebäude waren innerhalb von Minuten bis auf die Grundmauern niedergebrannt, aber das Wohnhaus und sämtliche Nachbargebäude konnten geschützt werden. Die Tiere brachte man in mehreren Stallungen unter.

Stellvertretend für die vielen Hilfeleistungen der Geschichte sollen hier noch zwei Einsätze herausgestellt werden. Einsätze bei denen einmal das Wasser notwendig gebraucht wurde und das andere Mal gerne auf die große Menge verzichtet worden wäre.

Der wohl folgenschwerste Brand der letzten Jahre im Ortsbereich Willmatshofen dürfte der Brand des Anwesens Fendt am 20. August 1988 gewesen sein. Nach einer regelrechten Verpuffung, deren Wucht die Dachpfannen durch die Luft wirbeln ließ, brannten Stall und Scheune gleichzeitig lichterloh. Hier zeigte sich, wie wichtig das schnelle Eingreifen der ortsansässigen Wehr ist. Zeitgleich mit dem Alarmieren waren die ersten Männer aus der Nachbarschaft schon dabei, aus dem bereits lichterloh brennenden Gebäude den gesamten Viehbestand zu bergen und aus dem unmittelbaren Brandbereich zu bringen, damit die anrückenden Wehren nicht noch durch die Tiere behindert wurden. Die Wirtschaftsgebäude waren innerhalb von Minuten bis auf die Grundmauern niedergebrannt, aber das Wohnhaus und sämtliche Nachbargebäude konnten geschützt werden. Die Tiere brachte man in mehreren Stallungen unter.

Hochwasser 2002 in der Wilhelm-Wörle-Straße

Fortsetzung folgt…

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